Leider kann ich (noch) nichts neues hierzu beitragen, aber ich wollte trotzdem sagen, dass ich den Thread spannend finde - ist eine gute Idee! Deine Beispiele aus DC waren wirklich interessant. Danke dafür! :-)
Aoyama platziert hin und wieder berühmte Namen aus Kunst und Literatur in die Fälle. In einem der neusten Fälle war es z.B. der norwegische Maler Edvard Munch (Episode 774) Oft handelt es sich aber um japanische Berühmtheiten aus Film, Kunst und Literatur mit denen Ausländer nicht unbedingt vertraut sind. Hier einige Beispiele die mir aufgefallen sind:
Natsume Soseki (1867-1916)
In den Bänden 80 und 82 taucht der Kater "Captain Hastings" (oder kurz: "Der Captain") auf. Der Kater streunerd im Beika-Viertel. Der Wirt des Cafe Poirot hat ihn auf den Captain-Namen getauft; eine Anspielung auf einen Charakter aus den Geschichten um Hercule Poirot. Als das Herrchen des Katers auftaucht, stelt sich heraus das sein eigentlicher Name "Soseki" ist. Er ist nach dem Schriftsteller Natsume Soseki benannt. Soseki ist ein Klassiker der modernen japanischen Literatur. Das Konterfei des Schriftstellers ist (oder war?) auf dem 1000 Yen-Schein. In den Anime-Folgen 136-139 (Den Männern in Schwarz auf der Spur) versucht eine Fälscherbande 1000 Yen-Scheine zu fabrizieren. Soseki wurde mit seinem Roman "Ich, der Kater" berühmt. Das Werk wird auch heute noch sehr gern gelesen. Für Japaner ist der Roman also "ein bunter Hund" und damit die Anspielung auf den streunernden Kater Soseki schnell zu erfassen. Für Nicht-Japaner bleibt die Anspielung aber "ein Buch mit sieben Siegeln". Selbst darauf gekommen bin ich auch nur über eine Abfrage biographischer Daten zu Soseki. Jedenfalls scheint Soseki ein wirklich Interessanter Schriftsteller zu sein. Den besagten Roman gibt es auch in deutscher Übersetzung. (Ich habe mir jedenfalls vorgenommen das Buch zu bestellen.)
Akira Kurosawa (1910-1998)
In den Anime-Folgen 190-192 (Wiedersehen mit den Männern in Schwarz)wird eine Trauerfeier für den verstorbenen (fiktiven) Filmregiesseur Sakamaki abgehalten. Bei einer Diavorstellung zu Ehren des Verstorbenen wird der (fiktive) Filmtitel "Das bunte Taschentuch" erwähnt. Taschentücher in mehreren Farben werden auch an die, zumeist Prominenten, Gäste verteilt. Eines der Taschentücher spielt dann im Mordfall noch eine entscheidende Rolle. Vom besagten Regieseur wird auch kurz ein großes Fotoporträt eingeblendet (Folge 190, Min. 18:18). Das Porträt erinnert stark an den berühmten (realen) japanischen Filmregiesseur Akira Kurosawa. Zu Kurosawas Markenzeichen gehörten Schirmmütze und Sonnenbrille, die auch der fiktive Sakamaki auf dem Foto trägt. Auch die Gesichtszüge Sakamakis erinnern stark an Kurosawa. Den meisten japanischen Zuschauern fällt die Ähnlichkeit sicher schnell auf. Für die meisten Ausländer dürfte auch bei dieser Anspielung nichts besonderes sein. Ob dabei auch der Name Sakamaki einen Verweis auf Kurosawa darstellen soll kann ich leider nicht beurteilen. Kurosawa wurde seinerzeit mit Filmen wie "Rashomon" oder "Die sieben Samurai" auch im Westen sehr bekannt.
Yukio Mishima (1925-1970)
In der Doppelfolge 239-240 (Nichts als Lügen) spielt ein Buch das dem Mordopfer gehört eine Rolle. Es handelt sich um einen Roman. Im Anime wird das Buch einmal in Großaufnahme gezeigt, man kann den Titel gut lesen - dieser ist aber natürlich mit japanischen Schriftzeichen geschrieben. Zum Glück spricht Inspektor Yokomizo den Titel aus: "Der Tempel des Donnergottes". In der Doppelfolge taucht die Mutter von Heiji in der Detektei Mori auf. Sie war in ihrer Schulzeit aktive Kendoka. Bekanntlich ist auch Heijis Vater ein sehr guter Kendoka (Heiji kommt also ganz nach Mama und Papa). Das Mordopfer, ein alter Schul- und Kendokamerad von Heijis Mutter, ist als Kendoka immer noch aktiv. In der Folge dreht sich also vieles um Kendo (Japanisches Fechten). Besagter Roman dürfte dem Zweiten Teil von Yukio Mishimas Tetralogie "Das Meer der Fruchtbarkeit" entlehnt sein. In Mishimas Original lautet der Untertitel des Zweiten Bandes "Unter dem Sturmgott". Einer der Hauptcharakere ist Kendoka. Der Bezug fiel mir auf weil ich den Roman selbst gelesen habe. Yukio Mishima ist einer der bekanntesten modernen japanischen Schriftsteller und besagtes Werk war sein Letztes bevor er in einer spektakulären öffentlichen Aktion Seppuku begann; natürlich mit Dolch und Schwert.
Es kann natürlich sein dass diese Beispiele schon anderen Conan-Fans aufgefallen sind und eventuell auch schon in diverse Nachschlagewerke, Foren etc Eingang gefunden haben. Das sollte uns aber nicht weiter stören. Man kann da oft noch ins Detail gehen. Wer noch weitere Beispiele aus Detektiv Conan kennt, oder wem noch andere Beispiele aufgefallen sind, kann diese hier reinstellen. Würde mich sehr interessieren. Ist schließlich detektivisch, solche Kleinigkeiten aufzuspüren.
(PS: Wollte kurz etwas ändern, bin aber mit der Änderungsfunktion nicht zurecht gekommen. Hab versehentlich alles gelöscht. Deshalb die "Neuauflage". Sorry.)